Welche Möglichkeiten uns das Internet eröffnet, wissen wir nur zu gut. Es ist so vieles über das Internet machbar, dass uns allerdings manche Dinge verborgen bleiben. Mit dem Internetradio zum Beispiel kann man seiner Heimat immer treu bleiben. Ist man in eine andere Region Deutschlands, ein anderes Land oder gar auf einen anderen Kontinent verzogen, kann man über das Internetradio weiterhin seinen geliebten Radiosender hören und somit Kontakt halten.
Radio über das Internet
Das Internetradio ist nur über das Internet empfangbar, dafür allerdings ohne Grenzen. Voraussetzung ist natürlich, dass der gewünschte Radiosender den Empfang über das Internet im Programm hat. Per Streaming Audio wird das Internetradio übertragen. Damit man dieses nutzen kann, muss ein Streaming-Client vorhanden sein. Das erste Internetradio ging 1995 an den Start. Es war eine gemeinschaftliche Produktion von ORB und SFB. Diese hatten zu der Zeit das Info-Radio Berlin-Brandenburg gegründet. Zusammen mit der TU Berlin wurde der Streaming-Dienst Info-Radio on Demand in Dienst gestellt. Ein annähernd gleiches Projekt startete zur selben Zeit der SWF. Dieser Sender digitalisierte einen Teil seines Archivs und stellte es als Internetradio zur Verfügung. Schon in der Mitte des Jahres 1995 waren so über 190.000 Stunden an Radiomaterial zusammengekommen.
Der Boom
Ab 1998 war ein wahrer Nachahmungstrieb zu bemerken. Das Streamen von Radiosendern wurde ein regelrechter Boom. Viele Sender nutzten das Internet, um ihre Hörer zu erreichen. Dabei stand aber gar nicht das Erreichen dieser im Vordergrund, sondern der Umstand, dass immer mehr Radiosender ein Internetradio herausbrachten. Deshalb gehörte es irgendwann einfach zum guten Ton, ein Internetradio zu betreiben. Ungefähr 20 Millionen Menschen hören regelmäßig Internetradio, obgleich gerade diese Art des Radioempfanges besonders für die regulären Radiosender mit hohen finanziellen Ausgaben belastet ist.
Die verschiedenen Arten
Inzwischen gibt es mehrere Arten von Internetradio. Neben den regulären Radiosendern, die fast alle als Internetradio gehört werden können, gibt es native Internet – Sender. Sie haben eine relativ geringe Zuhörerzahl und unterscheiden sich von herkömmlichen Radiosendern insbesondere dadurch, dass sie nur über das Internet empfangen werden können. Ein typischer Vertreter der nativen Internet-Sender sind die Internetradios von Hoch(Schulen). Auch Privatpersonen können einen nativen Internet-Sender betreiben. Die regulären Hörfunksender werden als Internetradio bereitgestellt, weil sie dadurch wesentlich mehr Hörer erreichen. Eine Abhängigkeit von einer Antenne oder einem Satelliten besteht beim Internetradio nicht. Die einzige Voraussetzung zum Empfang ist ein Internetanschluss. Der Empfang der regulären Hörfunksender als Internetradio bietet eine Menge Vorteile. Per Live-Streaming kann man direkt in die aktuelle Sendung hineinhören. Zudem wird es einem ermöglicht, auf das Archiv zuzugreifen und ältere Beiträge noch einmal abzurufen.
Neue Geräte
Inzwischen sind Radiogeräte erhältlich, mit denen man Internetradio empfangen kann. Dadurch ist man unabhängig von PC und Laptop. Die Verbindung der Radiogeräte basiert auf WLAN. Die Geräte können so frei im Raum aufgestellt werden. Ferner sind Spielekonsolen, Fernseher und Handys mit der entsprechenden Technik für den Empfang von Internetradio geeignet. Man hat also überall die Möglichkeit, seinen Lieblingssender zu hören. Das Internetradio ist praktisch überall erreichbar. Stellenweise sperren oder filtern allerdings Behörden das Internetradio. Das ist in Ländern mit Diktaturherrschaften oder einem intensiven Glaubenseinfluss oft der Fall. Trifft eine etwaige Störung nicht zu, kann man theoretisch sogar am Nordpol seinen Heimatsender hören.
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